Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“

Der Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ prämiert seit bereits sechs Jahren mit dem durch das BMFSFJ geförderten Programm „Menschen stärken Menschen“ deutschlandweit erfolgreiche Projekte von Kita- und Schulfördervereinen. Ziel ist es, in Kitas und Schulen wirksame Projekte zu entdecken, zu fördern und zu verbreiten. „Spicken und Nachahmen sind ausdrücklich erwünscht!“, so der Wunsch der spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Sie arbeitet dabei bundesweit eng mit den Verbänden der Kita- und Schulfördervereine zusammen.

Förderpreis 2020

„Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern.“, lautet ein von den Vereinten Nationen verabschiedetes zentrales Nachhaltigkeitsziel der globalen Bildungsagenda für die Jahre 2016 bis 2030.

Dieses Nachhaltigkeitsziel soll unter anderem dadurch verwirklicht werden, dass in Bildungseinrichtungen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die kinderfreundlich, sensibel gegenüber Behinderungen und gendersensibel sind sowie sichere, gewaltfreie, inklusive und effektive Lernumgebungen für alle schaffen und verbessern.

Der diesjährige Förderpreis suchte Projektideen, die sowohl Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe als auch die Entwicklung individueller Potenziale in den Fokus rücken. Dabei geht es um Möglichkeiten, Kindern und Jugendlichen aus vielfältigen sozialen Lebenswelten chancengerechtere Zugänge zu Bildung zu schaffen und individuelle Entwicklungschancen zu ermöglichen.

Förderverein der Robinienhof-Schule Borna e.V.

Es handelt sich um einen von Förderschülern der Robinienhof-Schule (Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung) seit 2015 eigeninitiativ geführten Schülerblog. Das einzigartige an diesem Projekt ist, dass es sich um den einzigen, von Förderschülern mit kognitiver Beeinträchtigung vorhandenen Blog in Deutschland überhaupt handelt.

Einmal wöchentlich treffen sich die Schüler im Rahmen eines Kursangebotes um über persönlich relevante Themen und eigene Interessen zu recherchieren und zu berichten. Die thematische Bandbreite reicht dabei von Freizeit- über Umweltthemen bis hin zu Berichterstattung über das Schulleben. Einen großen Anteil hat auch die Erkundung außerschulischer Lebensbereiche der Jugendlichen sowie das Verfolgen von Biographien ehemaliger Schüler. Das Besondere ist, dass über das Bloggen behinderte Menschen ungefiltert und ungeschönt zu Wort kommen. So können sie ihre Sichtweisen, Interessen und Reflexionen authentisch darstellen, was oft für Außenstehende unkonventionell wirkt. Die Unterstützung durch die Kursleiter beschränkt sich auf technische Unterstützung, Ermöglichen von Mobilität und Hilfe beim Strukturieren und Sortieren der Gedanken und Themen. Korrekturen an Ausdruck, Rechtschreibung finden bewusst kaum statt.

www.robikids.blogspot.com

Schulverein der 85. Grundschule Dresden e.V.

Bereits seit 2015 bilden an der 85. Grundschule in Dresden Familien mit der Muttersprache Deutsch mir jeweils einer DaZ- (Deutsch als Zweitsprache) Familie ein sogenanntes Familientandem. Die DaZ-Familien bekommen so einen schnellen Kontakt zu anderen Eltern und erfahren dadurch Unterstützung in der ersten Zeit des Kindes an einer deutschen Schule.

Die Eltern der Patenfamilien unterstützen die Neuankömmlinge beim Verstehen des Schulalltags, besuchen Schulveranstaltungen gemeinsam oder helfen, wenn Hausaufgaben unklar sind. Viele Familien unternehmen auch außerschulisch etwas gemeinsam, aber das ist kein Muss. Freiwilligkeit und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei sehr wichtig. Seit 2018 gibt es an der Schule zudem ehrenamtliche Lernpatinnen, die mit den Kindern lernen und üben, sie also dort abholen, wo ein Familientandem an seine Grenzen stößt. Über die Jahre hinweg haben sich bereits 30 Familientandems gefunden, eine Tradition die definitiv weitergeführt wird.

https://www.sachsen.schule/~gs85dd/schubidu.html

Sorbischer Schulverein e.V. - Kindertagesstätte Pumpot Dörgenhausen

Die Kindertagesstätte "Pumpot“ arbeitet nach dem innovativen Spracherwerbsmodell Witaj®. In altersgemischten Gruppen hören und lernen Kinder die sorbische Sprache von den Erzieherinnen, aber auch die jüngeren von den älteren Kindern. So können sie sich auch ohne Vorkenntnisse in Sorbisch die Sprache dem Alter entsprechend aneignen. Gleichzeitig werden die Kinder mit den sorbischen/wendischen Sitten und Bräuchen und deren Bedeutung vertraut gemacht. Zu besonderen Anlässen ziehen sie gern die Tracht an und wachsen so von Kindesbeinen an in eine natürliche Beziehung zu den Traditionen ihrer Region hinein.

Die Sprache ist das wichtigste Identitätsmerkmal der Sorben/Wenden. Mit der Sprache wird auch der außergewöhnliche Reichtum der wendischen Kultur vermittelt und zugleich eine emotionale Bindung zu ihr aufgebaut. In der Kindertagesstätte "Pumpot" in Dörgenhausen werden die Grundlagen für das kulturelle Selbstbewusstsein der Wenden gelegt. Erfahrungen aus 20 Jahren lehren, dass es sehr wichtig ist, dass die Erzieher und Erzieherinnen mit viel Liebe korrekt die Kinder sorbisch/wendisch ansprechen und sich mit ihnen unterhalten. Die vollständige Immersion ist der Schlüssel für den Erfolg.

Auch Eltern fanden über das Modellprojekt Witaj® Zugang zur sorbischen/wendischen Sprache und Kultur oder zu ihren Wurzeln. Sie nahmen an Kurzsprachlehrgängen teil und engagieren sich in ihren Heimatorten für die sorbische Sprache und das Brauchtum und später auch für eine Schulbildung mit Sorbisch/Wendisch für ihre Kinder.

https://www.sorbischer-schulverein.de/de/witaj-kindertagesstaette-pumpot-doergenhausen

Förderpreis 2019

Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsende haben Zukunftsängste. Doch mit unzähligen Umwelt- und Sozial-Projekten sorgen sie auch für Veränderungen. Schüler*innen aus Niedersachsen, Sachsen und Thüringen wurden dafür mit dem Förderpreis 2019 der spendenfinanzierten Stiftung Bildung und 15.000 Euro ausgezeichnet.

Von den 38 Bewerbungen aus Sachsen schaffte es das Dresdner St. Benno-Gymnasium, einen der drei mit 5.000 Euro dotierten Preise zu gewinnen. Sehen Sie hier alle vom SLSFV nominierten Projekte im Jahr 2019.

Katholisches Schulwerk St. Benno e.V. - "Ökologischer Fußabdruck im Nord-Süd-Dialog"

Wie die nachhaltige Gestaltung des „Ökosystems Schule“ vor Ort und in der globalen Gemeinschaft einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, zeigen Schüler und Schülerinnen des St. Benno Gymnasiums in Dresden.

Wie groß ist eigentlich der „ökologische Fußabdruck“ einer Schule? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, berechneten Schüler gemeinsam mit dem externen Kooperationspartner Wilderness International den CO2-Ausstoß ihres Gymnasiums. Mobilität, Verpflegung und Gebäudeheizung zeigten sich dabei als größte „Klimasünder“.

Motiviert von den Ergebnissen entwarfen Schüler mit Unterstützung der Lehrkräfte und des Fördervereins innovative Lösungsmöglichkeiten für ihre Schule. Mit Pflanzaktionen auf dem Schuldach und einer klassenübergreifenden Umweltwoche für sich und ihre Mitschüler*innen konnten sie Klimaschutz vor Ort (be)greifbar machen und im eigenen „Ökosystem Schule“ leben. Um einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen, tauschten sich die Schüler mit Jugendlichen einer Schule in Dodoma (Tansania) mit Unterstützung von ENSA (Engagement Global, BMZ) aus.

Ein besonderes Augenmerk galt einer verbesserten Ökobilanz der Schulmensa: weniger Fleisch, mehr regionale und saisonale Lebensmittel aus biologischer Herstellung und ein System zur Lebensmittelvermeidung zeigten schnell erste Erfolge. Das Fazit der Schüler*innen: Was kann nachhaltiger prägen als Projektergebnisse, die täglich „durch den Magen gehen“?

Der Förderverein Katholisches Schulwerk St. Benno e.V. beteiligte sich tatkräftig in allen Phasen des Projekts und war unter anderem für die Initiierung der Schulpartnerschaft, die Mittelakquise und die Durchführung mitverantwortlich.

Förderverein des Tschirnhaus-Gymnasiums Dresden e.V. - "AG Mitwelt"

Um die Zukunft lieben zu können, muss man sie leben. Wie das geht, zeigen engagierte Schüler und Schülerinnen des Tschirnhaus Gymnasiums Dresden in ihrer AG “Mitwelt” und laden Mitschüler, Lehrkräfte und Eltern ein, gemeinsam mit ihnen die Welt zu bewegen.

 

Logo AG Mitwelt (c) Tschirnhaus Gymnasium

Logo AG Mitwelt (c) Tschirnhaus Gymnasium

 

Stoffbeutel gegen Plastik, Müllwanderungen oder vegane Kochkurse: die Bandbreite der Ideen und Aktionen der AG Mitwelt ist groß. Mittlerweile 26 Schüler aus den Klassenstufen 6-10 setzen sich in der AG mit verschiedenen Themenbereichen der Nachhaltigkeit inhaltlich auseinander, planen eigene Projekte und setzen sie in Zusammenarbeit mit Vereinen und Stiftungen um.

Dabei werden die Aktionen von den Schüler selbstständig entworfen, geplant und realisiert sowie deren Resultate kritisch reflektiert, während die Lehrkräfte nur unterstützend tätig sind. Die Zielgruppe sind Schüler aller Jahrgangsstufen. Aber auch die Erwachsenen – Lehrkräfte und Eltern – besuchen die Workshops der Schüler und nehmen gemeinsam mit ihnen an Kundgebungen teil. Jüngst haben sie von der AG den Anstoß erhalten, das Mülltrennungskonzept an ihrer Schule zu optimieren.

Weitere kreative Ideen wie Umwelttage für Kindergärten und eine nachhaltige Schülerfirma sind schon in der Pipeline. Mit ihrem Engagement wollen die Schüler der AG Mitwelt beweisen, dass man, den Worten Greta Thunbergs nach, nie zu klein ist, um etwas zu verändern!

Das Mitwirken des Fördervereins Tschirnhaus-Gymnasiums Dresden e.V. bei der AG Mitwelt ist vielfältig: Bei der Vorbereitung des Bienenprojekts, als Zuhörer bei Workshops oder als Jurymitglied beim Ehrenamtswettbewerb der AG Mitwelt waren Mitglieder des Vereins aktiv vertreten.

Weitere Informationen zur „AG Mitwelt“

Förderverein Evangelisches Schulzentrum Bad Düben e.V. - "Ab in die Natur"

Um die kulturellen und landschaftlichen Schätze der Dübener Heide aufzuspüren, geht es für die Schüler und Schülerinnen des Evangelischen Schulzentrums Bad Düben ab in die Natur! In spannenden Theaterstücken geben sie die Erfahrungen an die junge Generation weiter und berichten in digitalen Medien darüber.

 

Das Projekt „Ab in die Natur!“ stellt sich gegen die soziale, ökologische und kulturelle Verödung der ländlichen Region rund um die Kurstadt Bad Düben. Über mehrere Exkursionen kommen die Schüler mit den Kulturschätzen und der Landschaft der Dübener Heide in Berührung und werden für die Potentiale des ländlichen Raums begeistert.

Ihre Erfahrungen bereiten sie anschaulich in Theaterstücken und mit Hilfe digitaler Medien auf, während sie Ideen zur Landschaftsgestaltung aus den Exkursionen in die Dübener Heide aktiv bei der Schulhofgestaltung der Schule einbringen. Das eigene Gestaltungspotential ihres Ortes, des Umfelds und der Landschaft spielt dabei eine herausragende Rolle.

Mittlerweile beteiligen sich am Projekt sowohl Fördervereinsmitglieder und Lehrkräfte als auch externe Partner wie die Stadt Bad Düben und der Naturpark Dübener Heide. „Ab in die Natur“ leistet dadurch einen Beitrag, Schüler mit regionalen Arbeitgeber*innen zu vernetzen und Abwanderung zu verhindern.

Das Projekt „Ab in die Natur“ wurde vom Förderverein Evangelisches Schulzentrum Bad Düben initiiert. Der Förderverein hat darüber hinaus bei der Planung, der Organisation und der Durchführung der Projektwoche geholfen und beim Erstellen des Rahmenlehrplans mitgewirkt.

Förderverein Rückenwind e. V. - "Schüler-AG 'Plant for the Planet'"

Schüler und Schülerinnen der Grundschule Rabenstein sensibilisieren als Klimabotschafte über den Lernort Schule hinaus für Umweltfragen und Nachhaltigkeit. Mit ihrer eigens gegründeten AG machen sie sich gemeinsam fürs Klima stark.

Samenbomben (c) Grundschule Rabenstein

Startschuss für die Gründung der AG war eine von der Schulleitung initiierte gleichnamige Mitmach-Akademie. Bei den AG-Treffen, die unter Aufsicht und inhaltlicher Hilfestellung einer engagierten Mutter stattfinden, entscheiden die Schüler selbst über die Inhalte, die wöchentlich auf der Tagesordnung stehen: ob Insektensterben, Meeresverschmutzung oder welche Rolle jeder einnehmen kann, um sich klimabewusst zu verhalten – die Ideenvielfalt ist groß.

Die kleinen Botschafter praktizierten ihre Multiplikatoenrolle durch Aktionen wie Müll sammeln, Bäume pflanzen oder spannende Vorträge und konnten so Mitschüler, Lehrkräfte, Eltern und Großeltern für Klimafragen begeistern.

Die erfolgreiche Umsetzung der AG ist Teil eines Schulkonzeptes, in dem nachhaltiges Lernen und Denken fest verankert ist. Das gemeinsame Engagement der Schulleitung, der Lehrkräfte und des Fördervereins zeigen, wie Schule als Teil einer lebendigen Gemeinschaft über den Lernort hinaus wirken kann.

Die AG “Plant for the Planet” wird von einem Mitglied des Fördervereins Rückenwind e.V. geleitet und finanziell unterstützt. Vereinsmitglieder, ihre Kinder und Verwandten nahmen an der Baumpflanzaktion der AG teil und halfen bei der Müllsammelaktion im Carlowitz-Park.